Forschergeist, reisen

Forscherin auf Abwegen

Meine Lieben, die paar die ihr seid und hier mitlest – ihr wollt sicher wissen wie mein Urlaub war.

Tja, ich kann nur sagen, durch meinen ausgeprägten Forschergeist getrieben hat mein soziales Experiment „26 Jahre, weiblich, allein in Porec“ einige Früchte getragen. Oder Erkenntnisse ergeben. Oder so.

Jedenfalls kann ich euch berichten… es ist möglich. Man kann auch alleine Urlaub machen, aber man muss sich schon sehr mögen um die Zeit nur mit einem selbst und seinen Gedanken zu verbringen. Nun, da ich ja eine äußerst lebendige Fantasie habe und auch gern Selbstgespräche führe (hehe) war es ganz okay. Ich würde es wieder machen, allerdings wohl eher etwas in Richtung Wellness… um wenigstens zwischendurch mal was zu tun zu haben, das meine lauten, aufdringlichen Gedanken zur Ruhe kommen lässt. Wenn man nicht mal Ruhe vor sich selbst hat… 😉

Ich hab aber auch immer wieder für Action gesorgt. Damit mir nur ja nicht langweilig wird, und ich toll was zum Erzählen hab um andere zum Lachen zu bringen, weil ich so doof bin. Aber dazu später.

Also erstens: es war saukalt.
Zweitens: alles war voller Pensionisten. Jetzt nix gegen ältere Menschen per se, aber so in Rudeln und ich mittendrin, nene, das muss ich nicht auf Dauer haben…
Drittens: war mir das Hotel zu groß, die Fütterungszeit zu stressig (alleine essen dient sowieso nur der Nahrungsaufnahme und hat keinerlei sozialen Aspekt).
Viertens: ging mein Zimmer mit Balkon Richtung Kreisverkehr vor dem Hotel. Laut.
Fünftens: wars sowieso laut im Hotel. Naja. Alte Menschen machen einen Lärm, sag ich euch! Mir kam vor, so wie ich im Urlaub auf den BH verzichte, verzichten die auf ihr Hörgerät. Na gut.

Und unterhalten hab ich mich wie gesagt durch mich selbst – ich die Königin der Slapstick und Standup-Comedy. Stan und Laurel sind ein Dreck dagegen… Okay, nun seid ihr neugierig und ich hab die Erwartungen etwas zu hoch gesteckt. Egal.

Am Sonntag bin ich nach 4 Stunden Fahrt und 390km beim Hotel angekommen und hab mein Zimmer bezogen. (Erster Sichtkontakt mit dem Meer war um 14:21 kurz vor Koper, Grenzübertritt von Slowenien nach Kroatien um 14:42 und Check In um 15:30)
Danach wollte ich naturgemäß die Stadt erkunden gehen und hab meine Turnschuhe gegen Flipflops getauscht. War natürlich ein Fehler, eine hübsche Blase und daraus resultierende offene Stelle war die Folge. Nunja, bin ich ja nicht anders gewohnt von mir. Damit wurde nur das einzigste interessante bei der Wetterlage etwas schwieriger… das Spazierengehen.
Aber was mich nicht umbringt macht mich härter. (Ouch!)
Das war also die Glanztat für die ersten paar Stunden. Danach folgte nur noch Abendessen checken, eine zweite Decke suchen (es war saukalt, aber das erwähnte ich ja schon) und schlafen.

Den zweiten (oder ersten ganzen) Tag begann ich mit einem Frühstück inmitten der quirligen junggebliebenen Mitbewohner. Es gab unter anderem Pfannkuchen, mit Marmelade und Nutella. Aber ich hab daneben auch noch eine Schüssel mit gelber Soße erblickt und mich sehr gefreut, dass es auch Vanillesoße gibt. Schnell noch ein paar Früchtchen auf die Pfannkuchen geschmissen und dann einen Schöpfer davon drüber. Die Freude währte nicht lange… war keine Vanillesoße. War roher Teig. :/
Nach diesem tollen Start, der mir sogar vor mir selbst etwas peinlich war, bestand der Rest des Tages aus Spazierengehen, diesmal mit Pflaster und Turnschuhen. Und Schmerzen.

Am dritten Tag gab es nichts sonderlich interessantes – um 12 Uhr hatte ich mich für eine Massage angemeldet und ich wurde auch ordentlich durchgerubbelt. So hektische Bewegungen auf meinem Körper hab ich selten erlebt und wenn, dann sicher nicht beim Massieren. Auch meinen lädierten Fuß knetete die Dame durch. Fast hätt ich ihr ins Gesicht getreten… Aua.
Nach dieser einmaligen Entspannungsaktion bin ich mit dem Auto nach Rovinj gefahren und dort ein bisschen herumgelaufen. Nette Stadt.

Am Mittwoch war dann der große Tag für mein Mountainbike und um 10 gings los. Richtung Norden, auf Schotterstraßen am Meer entlang. Nach ca. einer halben Stunde fand ich ein schönes Plätzchen, hab mich gesetzt und einen Fischschwarm beobachtet. Nach einer Weile wollte ich dann doch weiter, schwang mich auf mein Rad und fuhr ca. 300m weit und … „pfffffffffffffft“. Abgesprungen. Nachgesehen. Entdeckt. Aufgesprungen. So weit gefahren wie noch ging. Mit einem platten Reifen zum Hotel zurück gegangen.
Tja, auch diese Aktion eher von minderem Erfolg.

Also insgesamt betrachtet war das Unterhaltungsprogramm klasse (wie gesagt, ich kann alle großartig unterhalten mit meinen Erlebnissen), die Cocktails lecker und das Fahren angenehm. Meer hab ich gesehen und gerochen, wenn auch nicht gespürt – aber man kann halt nicht alles haben…

Ich erhol mich jetzt mal bis Montag – von meinem Urlaub!

7 Gedanken zu „Forscherin auf Abwegen“

  1. Hm, hast Du Urlaub in Deutschland gemacht?!

    Ich hoffe, die Deutschen behalten die „Pfannkuchen“ in ihrem Land..

    Nix gegen Deutschland per se, nur finde ich, Palatschinken sind für mich als Österreicher die erste Wahl 😉

    LG aus München,
    Mamfi

  2. Es war Kroatien… Und das Angebotene fix keine Palatschinken. Klein und dick heißen die bei mir Pfannkuchen oder auch Pancakes. Palatschinken sind groß und dünn wie Crepes.

    ..
    .

  3. hehe – kann dir nur zustimmen weil wo du recht hast hast du recht 🙂

    schönes & vom urlaub entspannendes We dir wünschen tu,
    Matthias

  4. Na Hallo, entschuldige Mal… Einen Palatschinkenteig würdest du auch nicht von Vanillesoße unterscheiden können, denk ich.
    Mit Germ-, Mürb- oder Kuchenteig hätte ich auch keine Probleme gehabt. Und am Geschmack hab ich ihn dann ja einwandfrei erkannt 😉

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