Haussorgen

Tja, wie ist das nun, wenn man plötzlich mit einem ganzen Haus gesegnet ist, das man ganz allein bewohnen darf?
Zuerst einmal ist es nicht nur wohnen, sondern auch wirtschaften. Insbesondere wenn die Heizung und das Warmwasser über eine Holzvergaserheizanlage versorgt werden. Das heißt dann für meinen Vater Bäume zerkleinern und für mich schlichten. Und in den Keller karren. Und einheizen (was auch nicht immer so klappt wie ich das gern hätte).
Zusätzlich bedeutet das, dass ein potentieller Mitbewohner besser auch was von Motorsägen versteht. (Mein Vater fragt da schon mal vorsorglich jeden der mit mir spricht. Ob das die Chancen steigert!?)

Dann gibt’s gar nicht wenig Grund. Da drauf befindet sich ein Pool, ein Garten (aus Kanalrohren) sowie einige Obstbäume. Wiese = Rasen mähen.
Pool = reinigen, keschern, sauber halten, immer wieder Wasser auslassen wenn es stark regnet (und nicht vergessen die Pumpe auch wieder abzuschalten!!). Garten = Unkraut entfernen, Brauchbares einpflanzen, ernten. Obstbäume = im Herbst/Frühling schneiden lassen, ernten (Äpfel klauben) und überlegen was man mit dem ganzen gesunden Zeug anfängt. Es gibt Randbereiche die nicht Wiese sind, die werden mit der Motorsense gemäht (macht Papa), das Gras/Heu muss dann zusammengerochen (-gerecht?!) werden und irgendwo hin verlagert werden (mach ich). Es gibt eine Terrasse mit Blumen, hier gehört auch immer wieder unnötiges entfernt. Und zwei Balkone mit Blumen, die im Sommer beinahe täglich gegossen und wenn nötig ausgezupft werden müssen.
140 m² möchten auch geputzt werden, zahlreiche Fenster gereinigt, Wäsche und Geschirr gewaschen werden.

Dann kann man sich um das Wohnen kümmern 😉
Und wie man da so schön vor sich hinwohnt, ärgern einen (viele!!) Wespen auf der Terrasse – und seit heute im Haus. Keine Ahnung wo die Viecher ein Loch gefunden oder gebohrt haben. Oder eine Fliegeninvasion im Badezimmer.
Wenn es stark regnet kommt vom Nachbarn auf dem Hang hinter dem Haus ein Bach runter, inklusive Ziegenmist. Die Drainage unter dem Haus ist verstopft oder wird mit den Massen nicht fertig (jetzt geht’s wieder) und die Wände ziehen aus dem Erdreich Wasser (60cm hoch feuchte Wände). Im Heizraum steht das Wasser drei Zentimeter „hoch“. Und beim Kellerabgang drückt es das Wasser aus dem Kanal nach oben. Dann wird es Winter und im Heizsystem ist zu wenig Wasser – die Heizkörper bleiben kalt. Nachgefüllt und entlüftet. Im Badezimmer bleibt es kalt, da hat der Thermostat was.
Die Sesselleisten fehlen noch und ich weiß nicht wann das passieren soll.

So. Dafür gibt es viel Platz, eine tolle Einrichtung, die Möglichkeit ein Feuerchen im Kamin zu haben, eine tolle Terrasse mit einer Hollywoodschaukel, einen Pool und viel Natur drum herum. Ist doch ganz toll!
Ich mag es hier 🙂

Bisserl einsam bin ich manchmal… Aber dafür arbeite ich dann wiedermal 12 Stunden, plus Fahrt ergibt das schon fast den ganzen Tag und ich komm nur zum Schlafen und Duschen heim. Andere Sorgen zum Haus ala Versicherungen, Kredit zurück zahlen, auf mich schreiben oder nicht, was ist wenn was kaputt wird (Fenster, Dach) kommen dann noch dazu. Ähm. Tja. Aber sonst geht’s mir gut. Fertig gejammert (eigentlich ja nur beschrieben, oder?).

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3 Kommentare zu “Haussorgen

  1. Nein, Du jammerst nicht – Du beschreibst nur den Stand der Dinge.
    Ich finde das ja sehr spannend, vermutlich freundet sich mein Unterbewusstsein schon mit dem Gedanken an selbst mal ein Haus zu besitzen. Das dürfte auch gerne etwas abgelegen sein, auch wenn mir zwei Stunden Autofahren jeden Tag zu viel wären.

    Irgendwie zieht es mich nach Jahren in der Stadt jetzt wieder auf´s Dorf. Nicht nur weil man dort ein Häuschen zu einem Preis bekommt, für den es in der Stadt nur ein Wohnklo gäbe, sondern vor allem auch weil da einfach auch Raum ist. Ich merke, wie mich das Leben in der Stadt immer mehr annervt. Nicht, dass hier akute Raumnot herrschen würde. Aber wenn man zu jeder Seite nach längstens 100 Metern von Hauswänden umgeben ist, fühlt man sich irgendwann auch geistig eingeengt.

  2. Auch meinem Kopf gefällt es besser, wenn es Ausblick auf grüne Hügel und das Plätschern eines Baches gibt…
    Das entschädigt ungemein! Die (körperliche) Arbeit ist außerdem auch ein guter Ausgleich zum Bürosessel. Brennholz herumtragen spart sogar das Fitnessstudio 😉

  3. Du verstehst was ich meine. Das beruhigt mich.
    Und ja, wein wenig Ausgleich zum ewigen Sitzen wäre auch ganz nett. Richtige Arbeit hinterlässt mich persönlich zufriedener als Rumgehampel im Fitnessstudio.

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