Wieder mal Gadgets

Da das Raspberry Pi Board mit XBMC (Raspberry Pi, Raspbmc) wohl noch auf sich warten lässt, habe ich mich nun doch, nach langem Hin und Her, dazu entschlossen an meinen Fernseher ein kleines Kästchen für meine Medien anzuschließen. (Schlußendlich wird es dann trotzdem das kleine Ding mit XBMC drauf werden, aber man kann sich ja mal umschauen. Und Geduld ist nicht gerade meine Stärke, wie wir wissen.)

Bisher stand da ja mein kleiner Acer Revo mit XBMC (wir erinnern uns), zuletzt in der Variante von OpenELEC. Das war schön und gut, und mit der programmierten Fernbedienung klappte auch alles super. Allerdings würde ich dennoch eine dezidierte Medienbox bevorzugen und den Revo gern als PC (an einem Schreibtisch, mit einem Monitor) nutzen.

Letzte Woche bin ich auf eine Box von Philips gestoßen, und dachte die werden das wohl einigermaßen richtig machen. Am Freitag war das Paket bei mir und den Samstag Vormittag verbrachte ich dann damit meine Verkabelung (endlich) in Ordnung zu bringen und die Box zu installieren und testen. Der Revo wanderte in mein zukünftiges „Büro“.
Die kleine Box sieht wirklich sehr schick aus und ist sehr schnell installiert. Die Bedienoberfläche ist nicht so stylish wie ich das gern hätte, aber Kompromisse muss ich sowieso eingehen… Bin ja auch sehr verwöhnt von der XBMC Oberfläche!

Die Philips Box macht sich als Abspielgerät von USB Platten und Sticks auch ganz gut (SD Karten kann sie auch), NFO Dateien oder Thumbnails werden (natürlich) leider nicht unterstützt und man wühlt sich daher durch eine Liste von Dateinamen (die schon mal ziemlich lang sein können). Bilder werden schön dargestellt, Slideshow ist okay, passt. Musik wird abgespielt, die dazugehörige Info und Darstellung auf dem TV ist praktisch nicht vorhanden: nur Titel und eine Zeitleiste. Angeblich hatte auch keine meiner Test MP3s einen ID3 Tag.
Die Internetfunktionen sind sehr übersichtlich – es werden Facebook, Picasa, YouTube und Accuweather angeboten. Da ich kürzlich selbst eine Facebook Web App und gemeinsam mit einem Kollegen eine Picasa App erstellt habe – beides ausgelegt auf eine Bedienung über einen Fernseher und eine Fernbedienung mit nur fünf Knöpfen – war ich sehr gespannt wie Philips das umgesetzt hat. Nunja. Das Erlebnis ist eher durchwachsen. Die Picasa Bilder werden leider nicht in der vollen hochgeladenen Auflösung geladen, sondern nur in 512×384 – das sieht auf dem Fernseher eher bescheiden aus (trotz nur 32″ und HD ready). Schade. Die Bedienung ist ganz okay, nur jegliche Eingabe über die on-Screen Tastatur ist sehr mühsam. Man kann sich in Picasa auch nicht mit Passwort einloggen, damit sind nur die öffentlichen Bilder erreichbar. Auch schade. (Wir haben das bei unserer Version besser gemacht! 🙂 )

Bei Facebook verhält es sich ähnlich, man kann den Stream ansehen, seine Freundesliste und noch etwas das ich vergessen hab, aber man kann nichts schreiben (würde man auch nicht wollen mit der Fernbedienung) und auch nichts „liken“. Hier ist allerdings das Design recht gut gelungen.

Die YouTube App verhält sich sehr gewöhnungsbedürftig – es wird sofort ein Video gestartet (irgendein gehyptes, das sich wohl auch auf der YT Startseite befindet oder so, am Wochenende handelte es sich jedenfalls um einen Superbowl und einen Basketball Clip). Da werden schon mal Ressourcen verbraten, die man besser zur schnelleren Bedienung hätte nutzen können. Sucht man selbst etwas nutzt man wieder die on-Screen Tastatur und klickt sich über die ganzen Knöpfe. Man kann sich nicht in seinen Account einloggen und hat auch sonst nicht die Möglichkeit Favoriten abzulegen. Das heißt entweder man browst durch die vorgeschlagenen Kategorien (im Ernst, wer macht das schon auf YouTube?) oder man nutzt die Suche. Naja. Für das Ansehen von Filmtrailern auf dem Fernseher vielleicht ganz okay, aber ansonsten, ich weiß nicht. Unbefriedigend.

Die Einbindung ins Netzwerk funktionierte dafür tadellos, es werden sowohl UPnP Dateien als auch SMB Shares gefunden. Das Abspielen klappte auch je nach Netzwerklaune (angeschlossen über den D-Link Adapter) ganz gut.

Meine externe 1.5 TB WD Platte hängt seit Samstag an meinem Pirelli Modem/Router und das funktioniert eigentlich erstaunlich gut. Zugriff von Philips Box, Revo und Nexus S war einwandfrei. Mal schauen ob ich das so lasse.

Da es bei der Box eben ein paar (kleine) Höhen und einige Tiefen gibt (die ich aber so erwartet hatte) wollte ich gern einen Vergleich ziehen. Daher habe ich heute spontan die Boxee Box bestellt. Boxee basiert auf XBMC und wurde um Streaming und Soziale Dienste erweitert und auf eine nette Hardware gepackt (vor allem die Fernbedienung mit eingebauter Tastatur gefällt mir). Leider ist die Oberfläche nicht so gelungen wie einige der Skins die XBMC bietet, aber man kann ja nicht alles haben. Die Box wird wohl morgen schon bei mir sein (auch gleich mal Amazon Expressversand getestet 😉 ) und dann gibt’s in den nächsten Tagen ein Boxee Review.

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6 Kommentare zu “Wieder mal Gadgets

  1. Ich hab mich über die Weihnachtsfeiertage mit dem Thema Mediaserver/Client beschäftigt.

    Meine Schlußfolgerung nach langer Suche: Es gibt keine wirklich gscheite Lösung, überall muss man Abstriche machen, egal ob boxee, xtreamer, popcorn, wd live, AppleTV und wie sie alle heißen.

    Wobei ich „verschärfte“ Anforderungen hatte:
    1) Es darf kein (zusätzlicher) Computer laufen müssen
    2) Auf die Musiksammlung muss ohne Monitor zugegriffen und durchsucht werden können
    3) Kein „Verwaltungsaufwand“ mit den ganzen Mediadateien
    4) Alles in einer Box, kein getrennter Server und Client
    5) Praktisch lautloser Betrieb
    6) Ansehnliches User Interface

    Inzwischen bin ich mit der Lösung, die praktisch alle Punkte erfüllt schon recht weit, kleineres Finetuning steht noch aus… 🙂

      • Aaaaaaalso:

        Nach langem hin und her habe ich einen MacMini aus 2010 gebraucht gekauft, da der noch ein eingebautes DVD Laufwerk hat. Am MacMini hängen weder Maus, noch Tastatur noch ein Monitor und steht einfach auf meinem Verstärker.

        Folgendes Verhalten hab ich ihm inzwischen schon anerzogen 😉

        CD importieren:
        Wenn ich ihm eine Audio CD vorsetze, holt er sich Titel und Cover aus dem Internet, legt die entsprechenden Ordner an, importiert und konvertiert die CD in AAC Lossless und wirft sie danach selbst wieder aus.
        => 0-Klick Konfiguration 🙂

        DVD importieren:
        Wenn ich ihm eine DVD vorsetze, holt er sich den Titel und Cover aus dem Internet, legt einen Ordner mit dem DVD Titel an, speichert die DVD dort und wirft sie danach selbst wieder aus.
        => 0-Klick Konfiguration 🙂

        Fehlertolerantes Verhalten:
        Wenn ich ihm eine CD-R oder DVD-R vorsetze, spuckt er sie einfach wieder aus 🙂
        => 0-Klick Konfiguration 🙂

        Musik hören:
        Zum Musik durchsuchen und auswählen verwende ich das iPhone.

        Videos schauen:
        Zum Videos durchsuchen und auswählen verwende ich die Apple Remote.

        Zum ein- und ausschalten verwende ich ebenfalls die Apple Remote. So wie man das bei einem CD/DVD Player auch macht 🙂

        Folgende Programme werden automatisch gestartet:
        – iTunes
        – Squeezebox Server
        – SqueezePlay (Client)
        – RipIt
        – Remote Buddy
        – Plex Server
        – Plex Client (automatisch im Vordergrund im Vollbildmodus)

        Zusätzlich laufen von mir 2 kleine Apple Scripts:
        – Eject (dieses wirft automatisch CD-Rs/DVD-Rs aus)
        – PlexActive (bringt Plex zurück in den Vordergrund, wenn sich ein anderes Fenster in den Vordergrund drängeln möchte)

        An folgenden Optimierungen bastle ich noch:
        – Entscheidung, ob sich Squeezebox oder iTunes für Musik behauptet
        – Eine hübsche Universalfernbedienung, um Anlage, MacMini, Beamer und Leinwand über die gleiche Fernbedienung zu steuern. Alternative: Komplette Steuerung über das iPhone und einem WLAN/IR Umsetzer irgendwo im Raum
        Oder, weil noch komfortabler: Den Logitech Squeezebox Controller (ist eine sehr hübsche WLAN Fernbedienung mit eingebautem Display, angenehmen Drehrad und mitgeliefertem Ladedock)

        – eine externe 1TB USB Festplatte, um automatisch über TimeMachine alle Mediadaten im Hintergrund zu sichern. => 0-Klick 😉

      • Naja, dieses Setup wäre mir zu komplex… Da war mein Revo mit xbmc ja einfacher 🙂 – aber DVDs und CDs will ich ja nicht rippen. Bisher (nach ein paar Stunden) gefällt mir die Boxee Box eigentlich ganz gut. Hoffe es kommen immer wieder Updates…

  2. Naja, komplex ist es nicht wirklich:

    Ein paar Programme ins „Autostart“ eintragen, 2 kleine Skripts mit ca. 10 Zeilen Code geschrieben und fertig. (für die Skripts hab ich ca. 10 Minuten gebraucht)

    Audio wird übers iPhone bedient (so als ob man einen iPod bedient), Video (und sonstiges „Internet-Video-Gedöns“über eine „handelsübliche“ Fernbedienung mit ein paar Tasten.

    Eine weniger komplexe Bedienung wird schwierig, irgendwas muss man ja letztendlich doch anklicken oder einschalten 😉

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