Firenze, la bella

#1

Ich geb der Stadt einfach mal diesen Beinamen, denn verdient hat sie ihn sich auf jeden Fall!

Also, mein kleiner Abenteuertrip ging Mittwoch Nacht von Bruck an der Mur los, und zwar mit einem Euronight Zug der ÖBB. In exakt einer Stunde war ich von zuhause am Bahnhof in Bruck und war, natürlich, zu früh (eh nur 40 Minuten). Ein bisschen habe ich im Auto gewartet bis ich dann doch zum Gleis gewatschelt bin. Es war etwas frisch (diese Eisheiligen!) beim Warten auf den Zug, aber irgendwann geht alles vorbei. Im 6-er Abteil eroberte ich mir gleich meinen reservierten Fensterplatz und es konnte losgehen. Die Mitfahrer waren sehr kommunikativ – untereinander, weil dass ich recht unsozial eingestellt war, hatten sie gleich bemerkt. Ich hab mich also aus dem Getratsche rausgehalten und nur zugehört. Das Schnattern ging bis Villach, und ab da war das Abteil dann auch schon voll. Immerhin kehrte dann aber doch mal etwas Ruhe ein, und alle sechs wollten etwas schlafen. Was etwas schwierig ist, wenn man weniger Bewegungsfreiheit als in einem Economy Flugzeugsitz hat.

Nach einer beinahe durchwachten Nacht zog schließlich Bologna am Fenster vorüber und dann auch bald Florenz. Und schwupps war der Zug leer. Ich fuhr gleich noch weiter nach Pisa. Beim Wiedereinhängen des Sitzes habe ich mich dann gleich mal verletzt (Finger zwischen zwei Metallteilen und meine grazilen 60 Kilo drauf – kommt nicht gut). Es war aber keiner da der mich bedauert hätte, also hab ich nach einem kurzen Schmerzensschrei einfach ein Pflaster drübergeklebt und den Finger ignoriert. Gequetscht und blau war er, mit einer kleinen Delle, aber ich durfte ihn behalten. Nach ein paar Minuten Zugfahrt und einer ebenso langen Pause ein paar Meter vor dem Bahnhof von Pisa (weil jemand die Notbremse gezogen hatte), konnte ich mich endlich auf den Weg zum Campo dei Miracoli machen (nein, nix zum Essen).

Praktischerweise wurden alle drei sehenswürdigen Gebäude von Pisa sehr platzssparend auf einer großen Wiese hingestellt. Und der Turm ist wirklich erstaunlich schief, auf den Bildern kommt das gar nicht so rüber! Trotzdem waren die richtige Attraktion die Touristen, die alle dasselbe Foto machen wollten.

   
   

Den ganzen Weg vom Bahnhof und zurück war ich mit dem Rucksack gelaufen und nach dem Kauf eines kleinen Mittagessens ging es wieder entspannt im Zug zurück nach Florenz. Diesmal um auch dort auszusteigen 🙂

In Florenz machte ich mich gleich auf Richtung Hostel, um zumindest meinen dicken Rucksack loszuwerden. Das Archi Rossi ist sehr bahnhofsnah gelegen und war damit schnell gefunden, einchecken konnte ich wie erwartet noch nicht, aber bereits bezahlen und meinen treuen Begleiter abgeben. Wesentlich leichter ging es sogleich ins Centro Storico, der Altstadt von Florenz und da vorbei an der Cappelle Medicee und der Basilica San Lorenzo zum Domplatz.

Nach einer Umrundung des Domes ging es gleich rauf auf den Campanile, den Glockenturm. Das Wetter war perfekt und die Schlange quasi nicht vorhanden, also schnell die 6 Euro rübergeschoben um die 414 Stufen zu bezwingen. 414 Stufen sind wirklich erstaunlich viel, aber es gibt 3 Terrassen bevor man die letzte und vierte Terrasse ganz oben erreicht. Die sind aber auch notwendig 🙂

Der Ausblick war wie erwartet fantastisch, über die ganze Stadt und die Umgebung und auf die Kuppel des Domes.

Die sechs Euro ist dieser Aufstieg allemal wert!
Nach dem Abstieg gönnte ich mir ein Eis – so groß und teuer wie es dann wurde, war es zwar nicht geplant, aber es war lecker und wurde in der Loggia auf dem Piazza della Signorina genossen. (ein Mickey Mouse Eis! Kokos und Himbeer mit runden Waffelohren als Mausohren)

Bereits mitten in der Altstadt bewunderte ich im Vorübergehen noch die Ponte Vecchio und querte dann auf der nächsten Brücke den Arno, um danach den Hügel zum Piazzale Michelangiolo zu erklimmen.

ausnahmsweise mal ein Bild mit mir

schon wieder Treppen…

aber der Aufstieg lohnt sich!

Hintern von David mit Fiesole im Hintergrund

Beim Abstieg Richtung Arno kam ich an einem wunderwunderwunderschönen Rosengarten vorbei, die Rosen waren gerade in voller Blüte. Mit einer tollen Aussicht ließ ich mich inmitten der duftenden Pracht nieder und chillte für eine Weile.
Um fünf Uhr circa ging es dann wieder ins Hostel, wo ich jetzt auch mein 6er Zimmer beziehen konnte. Drei Stockbetten, ein Badezimmer, es war okay. Wir Mädchen hatten alle sowas wie einen Nicht-Angriffspakt geschlossen, abgesehen von höflichem Grüßen wurde sich in Ruhe gelassen. Hostels und geteilte Zimmer sind ja sonst nicht so mein Fall, aber erstaunlicherweise konnte ich beide Nächte ganz gut schlafen.

Dieser Donnerstag war definitiv der anstrengendste und ereignisreichste Tag des Ausflugs, der Rest kommt dann in einen eigenen Artikel.

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3 Kommentare zu “Firenze, la bella

  1. Also das Bild mit den Touristen ist wirklich sehenswert! (Jenes mit der Touristin natürlich auch…)

    Glückwunsch zu dem schönen Ausflug, scheint sich gelohnt zu haben!

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