I am ZIN

So, das Abenteuer „Ich mache einen Instructor Kurs“ ist nun auch zu Ende. 🙂
(Aber nicht „Ich bin Instructor“, das hat ja nicht mal begonnen)

Wie läuft sowas also ab?
Ein Instructor wird man durch den Besuch eines Workshops (ein bis zwei Tage, in Europa scheinen zwei Tage üblich, in den Vereinigten Staaten ein Tag), der kostet zwischen 260 und 320 Euro, je nachdem wann man sich anmeldet. Er wird von einer/m ZES abgehalten, einem Zumba Education Specialist. Nach dem Workshop erhält man ein Zertifikat – es gibt keine Prüfung, keine Qualitätskontrolle oder sonstige Überprüfung des Könnens. Was viele (verständlicherweise) kritisieren. Jeder kann Instructor werden (also auch ich 😉 ).
Man muss nicht mal einen Zumba-Kurs besucht haben vorher. Das führt dazu, dass einige von ihren Studios angeregt sind sich die Lizenz zu holen, ohne zwingend vorher zu wissen worum es eigentlich geht und ihren ersten Kontakt mit Zumba dann im Workshop haben. Und ja, das sieht man. 😉

Wenn man die Sache ernst nimmt, und sich für eine Karriere im Fitnessbereich interessiert, sollte man zusätzliche Kurse (nicht von Zumba angeboten) besuchen, die sportmedizinische, anatomische und andere relevante Bereiche unterrichten. Ebenfalls sollte man einen Erste Hilfe Kurs (Auffrischung) besuchen.
Beide Punkte wurden von der ZES auch angesprochen und betont, was ich sehr gut fand.
Sich den Zettel zu holen und sich eine Woche drauf vor eine Klasse zu stellen, wird nicht gutgeheißen (aber auch nicht verhindert).

Nach der Anmeldung erscheint man dann, am besten ausgerüstet mit viel Wasser, etwas Nahrung, einem Handtuch und Kleidung zum Wechseln – und geeigneten Schuhen! – gut ausgeschlafen und motiviert zum Kurs/Workshop.

Tag 1

Die Gruppe der zukünftigen Instruktoren bestand aus ca. 40 Personen – inklusive einem Mann. Es gab wenige schwerere Damen und zwei-drei erwachsenere (reifere?), aber der Großteil bestand aus superfit aussehenden 20-30jährigen. (Ich war also altersmäßig eher am oberen und fitnesstechnisch am unteren Ende angesiedelt 😉 ).

Der Registrierung und der Vorstellung der Lehrerin folgte eine Stunde Zumba, nach einer kurzen Pause zum Wechseln der nassen Klamotten startete die Theorie. Einführung, Grundlagen, Musikauswahl (und warum diese), Einstellung, allgemeines über die Entstehung und das Programm etc.
Nach der Mittagspause lernten wir die ersten zwei Rhythmen – Merengue und Salsa. Jeweils mit vier Grundschritten, und Varianten für Arme, Bewegungsrichtung, Fitnessausrichtung und Taktoptionen. Die Schritte wurden natürlich geübt, mit und ohne Musik, in allen Variationen.
Dazwischen lernten wir das sogenannte Zumbagramm kennen, eine Methode um ein Lied in seine Bestandteile zu zerlegen, um diesen Teilen dann die Grundschritte mit Variationen zuzuordnen. Jedes Zumbalied wird auf die selbe Weise zerlegt, und alle sich wiederholenden Teile (Strophen, Refrain, Instrumental, plus Bridges) bekommen den selben Schritt zugewiesen – die sich auch im Lied dann an der jeweiligen Stelle wiederholen. Eventuell progressiv aufbauend mit mehr/anderen Armbewegungen, aber mit den selben Grundschritten. Damit lernt man (vor allem der Teilnehmer) eine Choreographie relativ schnell, es wiederholt sich ja öfter und die Musik gibt die Wechsel vor.

Ein Song pro Stil wurde dann von uns zerlegt und in Gruppenarbeit (5-6 Personen) eine Choreographie dazu erstellt. Die wurde zehnmal geübt und dann durfte/musste eine Gruppe vortanzen und alle tanzten natürlich mit.

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Das B1 Material für Instruktoren und die Box für die ZIN Anmeldung (mit einem ~1GB USB Stick, der eigentlich nur einen Link enthält, und zwei Tags – ich hab doch aber gar keinen Hund? )

Eine Erklärung des ZIN (Zumba Instructor Network) beschloss den ersten Tag, und ja, das war wie eine Werbeveranstaltung, schließlich kostet die Mitgliedschaft einen Monatsbeitrag, aber man bekommt auch einiges dafür und hat einige Vorteile. Zum Beispiel kann man nur als ZIN Mitglied Lizenzen für Specialties wie Zumba für Kinder machen, was ja eigentlich mein Ziel ist. Neben dem Erhalten der Musik und der Choreographien war das der Grund warum ich mich gleich angemeldet hab.

Ein bisschen musste ich zwischendurch im eigens mitgebrachten Shop stöbern, Zumba Kleidung gibt es sonst nur online. Und Schuhe mag ich schon anprobieren. Ich ließ mir dann Schuhe und ein Instructor Shirt zurücklegen für den nächsten Tag.

Zuhause ging es ans Befriedigen von Grundbedürfnissen: essen und nicht mehr stinken und kleben 😉

notwendige Zugabe

notwendige Zugabe; es war anstrengend und mein rechtes Knie war außerdem beleidigt.

Tag 2

… begann damit dass ich gleich mal meine Schuhe zuhause vergessen hatte – und ich hatte mich noch kurz gewundert warum so viel Platz im Rucksack war… *g* Der Shop hatte zu der frühen Stunde noch nicht geöffnet – da standen ja meine neuen Schuhe rum – und so musste ich wohl oder übel mit Socken die ersten Parts bestreiten. Das ging eigentlich, alles ist besser als Laufschuhe, Converse oder barfuß. Laufschuhe kleben zu sehr am Boden für die (vielen) lateralen Bewegungen, also das Drehen der Füße auf dem Stand, was sehr sehr schlecht für die Knie ist. Dasselbe gilt für barfuß, und das tut einfach auch den Ballen weh. Converse sind sowieso nicht für Sport geeignet, weil kein Halt, kein Fußbett, keine Dämpfung etc. Sehen aber cool aus, auch bei Tänzern, zugegeben.

Jedenfalls begannen wir den Tag mit Warm-Up und Cool Down, zuerst Theorie, dann Praxis. In unseren kleinen Gruppen wechselten wir dann einen Vortänzer durch der das Gelernte vorzeigte, und unterrichteten so schon eine klitzekleine Klasse 😉
Das klingt irgendwie komplizierter als es ist – also, jeweils einer der Sechsergruppe stand vor seiner eigenen Gruppe, machte die Bewegungen fürs Warm-Up vor (das drei Komponenten hat), dann durfte der nächste nach vorn und so weiter. Dasselbe fürs Stretching.

Danach ging es weiter mit Cumbia, einem weiteren Tanz-Stil. Wieder wie gehabt mit den Grundschritten, Zumbagramm und Choreo in Gruppenarbeit.
Zwischendrin bin ich dann mal zum Shop gelaufen, um an meine Schuhe zu kommen, damit tanzte es sich dann schon viel leichter 😉

Weiter ging es mit Cueing, dem Anzeigen der nächsten Bewegung für die Teilnehmer. Das passiert bei Zumba non-verbal, damit der Fluß der Musik nicht gestört wird. Im Prinzip wird ein paar Takte vor einem Wechsel die Richtung angezeigt, oder einfach aufmerksam gemacht, dass jetzt was kommt. Und dann wird es (zur Musik) gezeigt. Die Teilnehmer folgen dann (hoffentlich) beim zweiten oder dritten Mal der Bewegung. Das Cueing wurde dann in Zweiergruppen auch praktisch geübt. Den richtigen Zeitpunkt vor dem Wechsel zu erwischen ist gar nicht so einfach. Plus eventuell die Aufmerksamkeit zu erregen und dann auch noch ein geeignetes Zeichen zu machen.

Als vierten und letzten Stil beim Basis 1 Kurs nahmen wir danach den Reggaeton mit seinen Grundschritten durch. Hier gab es wieder ein Zumbagramm zu erstellen, aber keine Gruppenchoreographie mehr.
Bei allen praktischen Übungen der Grundschritte wurde von der ZES immer wieder darauf hingewiesen, welche Bewegungen/Stellungen falsch sind und schlecht für die Gelenke (zum Beispiel bei Kniebeugen/Squats)! Auch worauf man bei anderen achten muss beziehungsweise wie man Teilnehmern zeigt welche Partie aktiviert werden muss, um Fehlstellungen zu verhindern (z.B. Knie nicht über Zehen, Hüften nach vor, Hintern rausstrecken, …) wurde gezeigt.

Nach dieser neuerlichen Hüpferei zu den Reggaeton Grundschritten gab es dann noch mal Hinweise zum Dasein eines Instructors, eine Fragenrunde (die waren aber immer auch zwischendurch erlaubt) und eine kurze Pause (nochmal schnell in den Zumba Wear Shop … ja, ich weiß… ).
Und dann! Dann beschlossen wir den B1 Kurs mit einer Masterclass – die GSD nicht eine ganze Stunde dauerte. Meine Beine waren zu dem Zeitpunkt schon ziemlich schwer, und auch der Kopf sehr voll. Und ich war nicht die einzige, der es so ging (das beruhigte).

Fotosession und Verabschiedung und damit war es erledigt – der Kurs, und seine Teilnehmer. 🙂

Am Montag gibt’s jetzt mal eine Zumba Pause 😉

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2 Kommentare zu “I am ZIN

    • Tja, das bin ich auch 😀
      So ein entferntes Ziel ist es Zumba Kids zu machen, wie oben erwähnt.
      Und falls ich nix draus mache: auch egal. War ein guter Workshop und hab viel gelernt, und das Selbstvertrauen wurde enorm gehoben (also, fürs hüpfen).
      Bin grad noch etwas high von der heutigen Stunde, weil es so gut lief und ich das erste Mal mit meinem Spiegelbild zufrieden war 😀

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