Abenteuerurlaub auf dem Atlantik – Bericht (1)

Das wird jetzt ein wenig unausgegoren, da ich mehr oder weniger nur meine Notizen übertrage, aber festgehalten soll es ja trotzdem werden 🙂
Da dieser erste Teil schon mal recht lang wurde, wird es jetzt doch mehrere Instanzen des Berichts geben.

Erster Urlaubstag, auf nach Barcelona! 25. Oktober 2014

Früh ging es los über die heimatlichen Berge Richtung Bahnhof, von dort nach Wien und zum Flughafen. In Barcelona, auf dem Weg vom Aerobus zur U-Bahn Richtung Parallel in den Katakomben der Station Placa Espanya geschah es dann: meine Geldbörse wurde mir aus dem Rucksack gestohlen. Das Gefühl als ich die offene Tasche sah werde ich nicht so schnell vergessen und es war eins der schlimmeren in meinem Leben bisher.

Tja, auch ich gebe mal ein leichtes Opfer ab, und mit Rucksack auf dem Rücken und 20kg Koffer über Treppen wuchtend passt man halt nicht so auf und schon ist die Geldbörse weg. Vor allem in Barcelona. Reisepass war noch da (und auch das Handy), sonst hätte ich nicht aufs Schiff gekonnt und hätte wer weiß was gemacht in den folgenden Tagen um nach Hause zu kommen. So konnte ich die Kreuzfahrt antreten und auch die Einreise in die USA war gesichert.

Mit nun reduzierten Finanzen von nur noch 200USD in einer anderen Geldbörse ganz unten im Rucksack setzte ich meinen Weg Richtung Unterkunft fort. Beim Hostel erklärte ich was passiert war und fragte als erstes ob sie auch US Dollar nehmen würden. Die Leute dort waren sehr nett und meinten ich soll erst mal einchecken, mich frisch machen und dann klären was ich tun kann. Es wurde mir auch der Weg zur nächsten Polizeistation gezeigt. Dort gab es ein blaues Telefon an der Wand, mit den Sperr-Nummern aller Kreditkarten, das war gratis und relativ einfach. Die Kreditkartennummern sollte man halt haben. Danach wurde mein Bericht erfasst.

Nach den Formalitäten begab ich mich wieder ins Hostel, wo ich das WLAN nutzte um weitere Sachen zu erledigen bzw. zu recherchieren, und meine Mutter und meine Bank anrief. Außerdem meldete ich mich über die Facebook Gruppe vom Pre-Cruise Dinner ab, das an diesem Abend stattfinden sollte. Die Leute aus dem Forum beziehungsweise aus Facebook, die dieselbe Kreuzfahrt antreten würden, hatten dieses arrangiert, um sich am Vorabend bereits kennenlernen zu können. Eine großartige Idee wie ich finde. Ohne Geld und sehr unsicher wie es mir bei der Einschiffung ergehen würde, konnte ich aber nicht teilnehmen – dachte ich. Die Reaktionen auf Facebook kamen nämlich fast sofort: ich wurde von einem netten Menschen gleich eingeladen, ein anderer schlug vor eine Sammlung zu machen, weil, dass ich das verpassen sollte war keine Option. 🙂 Überrascht und froh über diese Aussagen begab ich mich dann wirklich zum verabredeten Restaurant. Gleichzeitig war auch noch der Versuch eines Geldtransfers über Western Union im Gange – weder ich noch meine Mutter hatten da bisher Erfahrungen damit, aber wir wollten es versuchen. Leider klappte das nicht, und ich blieb nach wie vor fast mittellos. Die Hoffnung dass ich zwischen den Gängen kurz rausspringen könnte um Geld zu holen war also zunichte, und ich musste mich dann tatsächlich auf die Suche nach dem Facebooker mit dem netten Angebot machen. Wir waren ungefähr 45 Leute, und Darren war schnell gefunden. Schüchtern wie ich bin (vor allem wenn es darum geht um etwas zu bitten!) kostete es mich einige Überwindung. Meine Geschichte war ja schon über Facebook bekannt, einigen hatte ich mein Missgeschick auch schon erzählt. Nun hatte ich mich also geoutet dass ich das war – ein Gesicht hatten die meisten bis zu dem Zeitpunkt ja nicht zur Geschichte. Eine der Mitkreuzfahrerinnen hörte meine Erzählung und meine Bitte an Darren, verschwand und kam kurz darauf mit einem vom Restaurant entliehenen Schälchen voller Geldscheine zurück. Sie war rund um die Tische gelaufen, hatte kurz von mir erzählt und so eine Sammlung gestartet! Es befanden sich circa 70 Euro in der Schale und ich konnte es kaum fassen wie hilfsbereit und großzügig alle waren! Nun konnte ich mein Abendessen selbst und mein Hostel in Euro bezahlen! Mir wird noch immer ganz warm ums Herz wenn ich daran denke. 🙂

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Das Essen war übrigens – typisch für Barcelona – ausgezeichnet, die Gesellschaft sehr unterhaltsam und der Wein schmeckte auch. Dieses erste Treffen der bis dahin noch völlig Fremden war sehr wichtig für mich und würde meine gesamte Kreuzfahrt prägen! Ich lernte an diesem Abend viele nette Menschen kennen, darunter die Gruppe mit der ich die meiste Zeit verbringen würde, sowie drei Paare im Alter meiner Eltern, die mich gleich unter ihre Fittiche nahmen, und mir auch ihre Hilfe anboten.

 

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9 Kommentare zu “Abenteuerurlaub auf dem Atlantik – Bericht (1)

  1. Woah, das sind Erlebnisse, die man nicht braucht – arme Kalesco, der misslungene Start tut mir echt leid. Waren alle Kreditkarten in der Börse? und die zuoberst im Rucksack?

    • Ja, zwei Kreditkarten, Bankkarte und Führerschein sowie Krankenversicherungskarte waren weg, und 70 Euro Bargeld. Und ja, nach dem Ticketkauf hab ich die Geldbörse oben in den Rucksack gegeben, sehr leicht zugänglich. – Dafür war aber auch nix anderes weg 😉
      Ich weiß es ja besser.

      • Ich sag ja gar nix 😉 Festzuhalten bleibt dann: Es kann eine gute Idee sein mehr als eine Kreditkarte zu haben und die an unterschiedlichen Stellen mitzuführen. (Das muss ich Modnerd auf die Nase binden, der glaubt das ja immer nicht)

  2. Oh, das Aufteilen der Kreditkarten ist genau das was ich normalerweise mache.
    Ich habe eine Mastercard Gold (wegen inkludierter Reiseversicherung, zum halben Jahrespreis bekommen) und eine Prepay (bzw. Reload) Visa Karte. Die Reload Karte ist normalerweise die, die ich offener mit mir herumtrage, die andere bleibt wenn vorhanden im Safe oder sicher verwahrt.
    Zwei Kreditkarten machen schon deswegen Sinn, weil es schon passieren kann dass eine mal nicht funktioniert. So geschehen in Irland, als ich das Mietauto aufgetankt habe – mit Mastercard bezahlt, alles normal verlaufen. Als ich wegfahren wollte ist der Tankmensch rausgelaufen und hat mit einem Zetterl gewedelt auf dem „declined“ stand. Grund habe ich keinen erfahren (nie) und warum das ein paar Minuten Verspätung hatte auch nicht. Ich hatte dann das Glück, dass es einen ATM in der Tankstelle gab, wo ich mit der Maestro Geld abheben und so bezahlen konnte. Das Terminal kannte natürlich keine (österreichische) Maestro.

    • Maestro, VPAY und alle anderen Arten von nationalen Debitkarten gehören sowieso ausgerottet. Gibt´s Länderübergreifend nur Probleme mit, kann man nicht gutheißen, sowas.

      • Hatte bisher noch nirgends Schwierigkeiten mit der Maestro Karte (bei ATMs) – und abheben ist damit günstiger als mit KK.
        Eine weltweit standardisierte und günstige Lösung würde ich natürlich ebenso begrüßen. 🙂

      • Bei uns gibt die DKB Kreditkarten aus, die weltweit kostenlos benutzbar sind. Seit ich die habe, brauche ich eigentlich keine Maestro (heisst bei uns EC-Karte, vom alten Eurocheque) mehr. Fast. Denn das dumme Viech hängt sich gerne mal weg, wenn zu viele Authorisierungen drauf liegen. Dann kann ich zwar noch mit PIN bezahlen, aber die Geldautomaten verweigern mit kuriosesten Fehlermeldungen die Arbeit.

  3. Pingback: Meta: [PAUSE] | Silencers Blog

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