Identitätsverunsicherung

Was bin ich?
Technische Leiterin, Entwicklerin, Junior Researcher, Projektleiterin, Supportdame, Angestellter?

Wieviel bin ich?
Vollzeitäquivalent, weniger, was anderes?

Wo bin ich?
44 oder 45a oder 17 oder 59, STG oder LEO oder OSW?

Seit wann bin ich?
1980, 1982, was anderes, wurscht?

Fragen über Fragen.

Nach was und wieviel wird bei den formalen Anforderungen bei einem Projektantrag geforscht.

Das wo und wann wurde mir fast zum Verhängnis, deswegen bin ich nämlich temporär verklagt worden.
Mein Versicherungsmakler hat bei einem Antrag irgendwie Zahlendreher eingebaut, so konnte mich der Erlagschein für die Prämie nicht finden, und erst die zweite Mahnung (mit Anwaltsdrohung) erreichte mich, woraufhin ich sofort eingezahlt habe. Nur dass dieser Brief 5 Wochen zu mir unterwegs war, da die Adresse nicht stimmte. Daher wurde dann wirklich zwischenzeitlich schon der Anwalt beauftragt, und gestern bekam ich dann einen eingeschriebenen Brief vom Bezirksgericht, mit, ich vermute, der Information dass ich verklagt werde. In der selben Post war nämlich noch ein Brief mit dem Hinweis, dass die Klage gegen mich zurückgezogen wurde (weil ich ja bezahlt habe) – und auf dem Brief stand meine richtige Adresse, der richtige Name, “Angestellter” und ein falsches Geburtsdatum.
So spannend kann Briefe öffnen sein…

Doof

Ich würde wirklich gern los, aber sobald ich aufstehe krampft mein Bauch. Warum weiß ich leider auch nicht. Solange ich mich nicht bewege, geht’s mir, abgesehen vom Schnupfen, gut.
Doof das, wo doch so eine große Stadt da draußen wartet…

Tokio – Sky Tree, Asakusa, nicht immer alles toll

An meinem ersten Tag in Tokio nahm ich nach einem gemütlichen Frühstück mit japanischen und westlichen Gerichten die Metro bis unter den Sky Tree. Dieser Turm befand sich das letzte Mal (2011) noch im Bau, aber heute war er dran. Und endlich, endlich ging es auf dieser Reise hoch hinaus. Sehr hoch sogar. Der Turm ist 634m hoch, und damit einer der höchsten der Welt, es gibt Aussichtsplattformen auf 350 und 450m. Ich begnügte mich mit der unteren Ebene, ich glaube nicht, dass man bei nochmal 100m mehr um €10 mehr Aussicht hat ;)

Diesmal war der Tag goldrichtig gewählt, ein schöner, blitzblauer Frühlingstag, der Wind ließ Wolken und Dunst keine Chance.
So konnte ich über das ganze Stadtgebiet bis zum Berg Fuji sehen. Und mit mir gefühlte 10.000 andere Leute.

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Das Ticket für die erste Ebene (350m) kostet ¥2060, wem eine Stunde ca. acht Euro wert ist, der kann sich ein Fast Track Ticket für Ausländer holen (¥2850sowas, Reisepass benötigt).
Das Ticket für ganz oben gibt es nur auf der ersten Ebene zu kaufen (nochmal anstellen) und kostet ¥1060. Damit geht es dann auf die 450m. Mehr geht glaub ich nur in Dubai.

Natürlich gibt es einen Giftshop (wo ein neuer Kugelschreiber zu mir fand ;) ) und im Sky Tree Zentrum gibt es ein Einkaufszentrum. Mit sehr schönen Geschäften muss ich sagen, und sehr netten Souvenirs. Mich hat es trotzdem nur zum Foodcourt getrieben, wo ich nach drei Runden zwecks Übersicht schließlich mein Mittagessen kaufte.

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"Kake" Udon (ich trau mich ja fast nicht, den Namen zu schreiben...), mit Tempura Ei und Gemüse

Das weiche Ei wanderte gleich mit in die Suppe, und das Tempura Gemüse wurde getunkt. Ich bin mir nicht sicher ob man es so macht – aber es war sehr lecker! Dieses Sporkdings hab ich nicht gebraucht. Obwohl die dicken, schlüpfrigen Udon Nudeln Geduld verlangten, wurden alle mit den Stäbchen in den Mund befördert. :)

Nach diesem sehr verdienten und sehr guten Mittagessen ging es zuerst zu einem Schrein in einem hübschen Park, quasi unter dem Turm und neben dem Fluss, bevor ich weiter nach Asakusa zum Senso-ji Schrein spazierte.
Hier gab es beim Schrein und rundherum in den Straßen wieder Massen an Menschen, und zusammen mit diversen körperlichen Beschwerden, gab ich mich schließlich geschlagen und kehrte zum Hotel zurück.

Der Frühling spielt sein böses (Allergie-)Spiel mit mir, ich hatte Rückenschmerzen und später sollten auch noch Bauchkrämpfe dazu kommen.
Also insgesamt fühlte ich mich da nicht so besonders. Und ich muss sagen, nach gerade mal einer Woche: ich vermisse Menschen! Also, nicht unbedingt die lauten, quiekenden Massen hier, davon gibt es ja genug, aber meine Menschen: Familie, Freunde und meine Zumbaleute. Unglaublich. Meine nomadischen Zeiten scheinen vorbei. Ich bin mir nicht sicher was ich davon halten soll. :-|

Wie auch immer, ich bin ja hier und ihr seid dort, und ich mach schon das Beste draus :)
Ein Tief darf erlaubt sein.
Und, ehrlich gesagt, nach einem Bad (wieder in einer asiatischen Sitzwanne, aber größer als die in Seoul), süßen Luxus-Erdbeeren und trinken (Wasser! Ich mache die zu geringe Flüssigkeitszufuhr teil-verantwortlich) geht es dem Körper etwas besser.

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Peekaboo

Und für den Rest: ich freue mich über alle Kommentare, über viele noch viel mehr, und wenn ich sie dann noch verstehe bin ich begeistert!

Abenteuerurlaub auf dem Atlantik – Bericht (1)

Das wird jetzt ein wenig unausgegoren, da ich mehr oder weniger nur meine Notizen übertrage, aber festgehalten soll es ja trotzdem werden :)
Da dieser erste Teil schon mal recht lang wurde, wird es jetzt doch mehrere Instanzen des Berichts geben.

Erster Urlaubstag, auf nach Barcelona! 25. Oktober 2014

Früh ging es los über die heimatlichen Berge Richtung Bahnhof, von dort nach Wien und zum Flughafen. In Barcelona, auf dem Weg vom Aerobus zur U-Bahn Richtung Parallel in den Katakomben der Station Placa Espanya geschah es dann: meine Geldbörse wurde mir aus dem Rucksack gestohlen. Das Gefühl als ich die offene Tasche sah werde ich nicht so schnell vergessen und es war eins der schlimmeren in meinem Leben bisher.

Tja, auch ich gebe mal ein leichtes Opfer ab, und mit Rucksack auf dem Rücken und 20kg Koffer über Treppen wuchtend passt man halt nicht so auf und schon ist die Geldbörse weg. Vor allem in Barcelona. Reisepass war noch da (und auch das Handy), sonst hätte ich nicht aufs Schiff gekonnt und hätte wer weiß was gemacht in den folgenden Tagen um nach Hause zu kommen. So konnte ich die Kreuzfahrt antreten und auch die Einreise in die USA war gesichert.

Mit nun reduzierten Finanzen von nur noch 200USD in einer anderen Geldbörse ganz unten im Rucksack setzte ich meinen Weg Richtung Unterkunft fort. Beim Hostel erklärte ich was passiert war und fragte als erstes ob sie auch US Dollar nehmen würden. Die Leute dort waren sehr nett und meinten ich soll erst mal einchecken, mich frisch machen und dann klären was ich tun kann. Es wurde mir auch der Weg zur nächsten Polizeistation gezeigt. Dort gab es ein blaues Telefon an der Wand, mit den Sperr-Nummern aller Kreditkarten, das war gratis und relativ einfach. Die Kreditkartennummern sollte man halt haben. Danach wurde mein Bericht erfasst.

Nach den Formalitäten begab ich mich wieder ins Hostel, wo ich das WLAN nutzte um weitere Sachen zu erledigen bzw. zu recherchieren, und meine Mutter und meine Bank anrief. Außerdem meldete ich mich über die Facebook Gruppe vom Pre-Cruise Dinner ab, das an diesem Abend stattfinden sollte. Die Leute aus dem Forum beziehungsweise aus Facebook, die dieselbe Kreuzfahrt antreten würden, hatten dieses arrangiert, um sich am Vorabend bereits kennenlernen zu können. Eine großartige Idee wie ich finde. Ohne Geld und sehr unsicher wie es mir bei der Einschiffung ergehen würde, konnte ich aber nicht teilnehmen – dachte ich. Die Reaktionen auf Facebook kamen nämlich fast sofort: ich wurde von einem netten Menschen gleich eingeladen, ein anderer schlug vor eine Sammlung zu machen, weil, dass ich das verpassen sollte war keine Option. :) Überrascht und froh über diese Aussagen begab ich mich dann wirklich zum verabredeten Restaurant. Gleichzeitig war auch noch der Versuch eines Geldtransfers über Western Union im Gange – weder ich noch meine Mutter hatten da bisher Erfahrungen damit, aber wir wollten es versuchen. Leider klappte das nicht, und ich blieb nach wie vor fast mittellos. Die Hoffnung dass ich zwischen den Gängen kurz rausspringen könnte um Geld zu holen war also zunichte, und ich musste mich dann tatsächlich auf die Suche nach dem Facebooker mit dem netten Angebot machen. Wir waren ungefähr 45 Leute, und Darren war schnell gefunden. Schüchtern wie ich bin (vor allem wenn es darum geht um etwas zu bitten!) kostete es mich einige Überwindung. Meine Geschichte war ja schon über Facebook bekannt, einigen hatte ich mein Missgeschick auch schon erzählt. Nun hatte ich mich also geoutet dass ich das war – ein Gesicht hatten die meisten bis zu dem Zeitpunkt ja nicht zur Geschichte. Eine der Mitkreuzfahrerinnen hörte meine Erzählung und meine Bitte an Darren, verschwand und kam kurz darauf mit einem vom Restaurant entliehenen Schälchen voller Geldscheine zurück. Sie war rund um die Tische gelaufen, hatte kurz von mir erzählt und so eine Sammlung gestartet! Es befanden sich circa 70 Euro in der Schale und ich konnte es kaum fassen wie hilfsbereit und großzügig alle waren! Nun konnte ich mein Abendessen selbst und mein Hostel in Euro bezahlen! Mir wird noch immer ganz warm ums Herz wenn ich daran denke. :)

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Das Essen war übrigens – typisch für Barcelona – ausgezeichnet, die Gesellschaft sehr unterhaltsam und der Wein schmeckte auch. Dieses erste Treffen der bis dahin noch völlig Fremden war sehr wichtig für mich und würde meine gesamte Kreuzfahrt prägen! Ich lernte an diesem Abend viele nette Menschen kennen, darunter die Gruppe mit der ich die meiste Zeit verbringen würde, sowie drei Paare im Alter meiner Eltern, die mich gleich unter ihre Fittiche nahmen, und mir auch ihre Hilfe anboten.

 

Zwei Erkenntnisse + Bonus

1) Zimmerwarmer Camembert ist lecker.

2) Warmer, gleich flüssiger Camembert auf leicht getoastetem Weckerl mit Schwarzbeermarmelade drauf ist sehr lecker. (Schwarzbeere = Heidelbeere für meine deutschen Leser ;) )

Bonuserkenntnis: ein neuer Kühlschrank wird fällig, der Käse kam nämlich in Idealtemperatur direkt aus dem Kühlschrank.