Island, reisen

Wieviel macht das?

Nachdem nun alle Island-Geschichten abgehandelt sind, dachte ich ich gebe mal einen Überblick über mein Budget 🙂

Flug 172
Zug 18
AR Guesthouse 80
Golden Circle, Blaue Lagune und Flughafentransfer 100
Ishestar Lavatour 59
Tapas Barinn 37
Bargeld (10.000 ISK) 68
€ 534
Island, reisen

Therme auf isländisch

Nach dem Ausflug zu den Islandpferden ließ ich mich im Zentrum von Reykjavik absetzen und erkundete die Stadt zu Fuß (inklusive Gepäck – Rucksack und Tasche). Zuerst erklomm ich den Hügel der Domkirche, woraufhin ich im Inneren der Kirche staunte, wie hell es dort war 🙂 Sehr freundliches Interieur hat dieses Gotteshaus.

Danach wanderte ich wieder runter zum Hafen, fotografierte die Skulptur und die Harpa, stellte mich für ein Hot Dog an und besorgte schließlich noch einen Jalapeno Wrap im 10-11. Dermaßen gestärkt strebte ich dem alten Hafen zu, und wäre genau richtig zur Abfahrt eines Walbeobachtungsschiffes gekommen, wenn mich die (deutsche) Dame an der Kasse nicht vor der sehr realen Möglichkeit einer sehr unangenehmen Fahrt gewarnt hätte. Die meisten Passagiere der vorigen Touren litten an Seekrankheit und mir wurde abgeraten mitzufahren, sollte ich anfällig dafür sein (ja, bin ich!). So hatte ich dann ziemlich viel unverplante Zeit vor mir, durch ein kurzes Telefonat konnte ich aber gleich meinen Transfer zur Blauen Lagune um 2 Stunden vorverlegen 🙂

Nach einer halben Ewigkeit bis der Kleinbus endlich voll war (wirklich voll) ging es in Richtung Flughafen, um circa in der Mitte der Strecke die große Straße zu verlassen und durch schwarze Lavafelder zur Blauen Lagune zu fahren.
Das Wasser in diesem Thermalbad ist eigentlich das Abwasser einer geothermischen Stromerzeugungsfabrik, aber völlig unbedenklich – es ist nur das etwas heruntergekühlte Wasser, das beim Verfahren an die Oberfläche kommt.
Mitten in tiefschwarzem zerklüfteten Lavagestein wurde ein Becken für Besucher geschaffen, sowie rundum ein relativ überschaubar kleiner Gebäudekomplex.

Die Umkleidemöglichkeit besteht aus großen Räumen mit verschließbaren Fächern (werden mit einem Armband abgeschlossen) und wenigen wirklichen Kabinen (was amerikanische Besucher wie Amanda mitunter staunen läßt ob der Freizügigkeit der Europäer :D). Nach einer kurzen Dusche darf man den eigentlichen Thermenbereich endlich betreten und sich in das lauwarme Wasser begeben. Ich suchte sofort nach eventuellen heißen Stellen, da mir das alles etwas zu kühl war. Heiße Ströme gibt es immer wieder und an bestimmten Plätzen im Becken, wie zum Beispiel bei einem Mini-Geysir. Außerdem gibt es eine „Pool-Bar“ und die Möglichkeit sich Silica-Schlamm ins Gesicht zu schmieren.

Nach der ersten halben Stunde im Wasser suchte ich den Ruhebereich im Gebäude auf – der bestand aus ca. 10 Liegestühlen. Für geschätzt 1000 Besucher. Dennoch fand ich Platz und konnte Kindle-lesend und Nüsse knabbernd etwas entspannen. Es war auch in diesem Bereich relativ kühl, ich konnte mir ein frösteln aber gerade so verkneifen.
Durch große Panoramafenster konnte man auf die Lagune und die zahlreichen Menschen blicken, die ihn ihr herumdümpelten.

So richtig blau war die Lagune übrigens nicht – vielleicht braucht es dazu eine gewisse Art der Sonneneinstrahlung? (Oder überhaupt Sonne 😀 )

Es ging noch einmal ins Wasser, in die Dampfsauna und kurz in die richtige Sauna, nachdem ich sie endlich gefunden hatte 🙂 und dann unter die Dusche.

Um 21 Uhr ging es dann zum Flughafen, wo ich meine letzten Krona verbrauchte und gemütlich 3,5h auf den Flug wartete…

Abenteuer, Island

Hoppe hoppe und so

Ich mag ja ziemlich alle Tiere, Pferde ganz besonders 🙂 (am liebsten aber – meine – Katzen), so war es klar dass ich, wenn ich schon in Island war, auf Islandpferden reiten musste!

Ich bin schon ewig nicht mehr auf einem Pferd gesessen (ich war acht oder so…), aber die Faszination ist geblieben. Kurz hatten wir sogar einen Haflinger-Araber Hengst namens Lord, mussten ihn aber wieder verkaufen, weil ich noch zu klein zum Pflegen war und meiner Mutter die Zeit dafür fehlte 😦 Er war aber ein sehr hübscher, und ziemlich großer, Hengst. Wohl auch nett, ich erinnere mich nur positiv an ihn.

Ich entschied mich für die Lavatour mit Ishestar („Eispferd“), und wurde um 08:45 pünktlich abgeholt. Zuerst hatte ich mir so ziemlich alles angezogen, das ich mithatte, da ich am Vortag bei der Bustour so gefroren hatte. Mit Pyjamahose und Jeans darüber, zwei Paar Socken, dem Pyjama-Oberteil, einem T-Shirt, einem Wollpulli und der Softshelljacke war es mir den ganzen Tag kuschelig warm 🙂

Nach einer kurzen Fahrt zum Gestüt wurden wir eingewiesen und bekamen unsere Pferdchen zugeteilt – ich hatte mich natürlich in die Anfängergruppe gestellt, mein Respekt vor Pferden ist schon groß… Ich bekam einen netten kleinen Wallach (?) namens Lyröar (?? oder irgendwie so, war unmöglich zu merken oder auszusprechen) und erkletterte ihn noch etwas ungeschickt. Ich wurde aber im Laufe der zwei Stunden sicherer und das Absteigen und Aufsteigen klappte später vorzüglich (als hätte ich das mal gelernt…). Im Schritt ging es in einer langen Reihe von Reitern und Pferden durch die hübsche Lavalandschaft. Mein Pferd war angeblich etwas faul – ich finde er war nur effizient: er beschränkte seine Schrittgeschwindigkeit, um immer wieder etwas zurückzufallen, und um dann mit einem kurzen Trab wieder aufzuschließen. Zuerst war ich vom Gehoppel während des Trabs etwas erschrocken, aber auch daran erinnerten sich meine Muskeln nach kurzer Zeit wieder und ich hoppelte im Takt mit auf und ab (als hätte ich das mal gelernt…). War eine sehr interessante Erfahrung, dass das noch klappte – und dass der Rhythmus sogar mit dem des Pferdes zusammenpasste. Ich wäre auch gern länger mal getrabt und am aller-allerliebsten hätte ich natürlich gern den Tölt ausprobiert – aber das ist wohl nix für Anfänger.

Schön war’s und der Hintern tat mir drei Tage später noch weh 🙂

Abenteuer, Essen, Island, reisen

A table for one please

Während meiner Solo-Abenteuer ist gut essen meist darauf beschränkt, was das lokale Fastfood und der Supermarkt so hergeben. Das kann auch ganz super sein, in Japan habe ich vorzüglich gespeist 🙂 – Das beste Essen in Japan wird immer die Nudelsuppe sein, deren Bestellung über einen rein japanischen Ticketautomaten ablief.
In San Francisco hab ich gefrühstückt, in Paris war ich im Hard Rock Cafe, also so einmal pro Trip setze ich mich schon auch mal allein in ein Restaurant.
In Reyjkavik habe ich das im Tapas Barinn getan, aufgrund einer Empfehlung einer amerikanischen Bloggerin. Dort gibt es, neben traditionellen Tapas, isländische Gerichte in kleinen Portionen.
Immer neugierig auf das unbekannte (sofern nicht Verrotten ein wesentlicher Bestandteil des Herstellungsprozesses ist, wie bei Natto (fermentierte Bohnen, Japan) oder Hakarl (Hai, Island)) besuchte ich also die Tapasbar und bestellte das Icelandic Gourmet Feast. Das besteht aus sieben Gängen und davor (oder aufgeteilt und zwischendurch) gibt es einen Brennivin Schnaps.


Das Essen war außergewöhnlich aber ausgezeichnet!
(Mehr als das alleine sitzen und essen hat das Fotografieren der Gerichte an meinem schüchternen Selbst genagt…

Bei den Bildern immer auf das Schnapsglas im Hintergrund achten: nach vier Schlückchen hatte ich es endlich geschafft 🙂
Jeder Gang des Menüs war sehr gut – besonders der Seeteufel hatte es mir angetan, aber auch das außergewöhnlichere Fleisch von Wal und Papageitaucher waren hervorragend. Auch das Lamm habe ich genoßen, obwohl ich sonst kein Fan von Schaffleisch bin.

Also, sollte man keine Probleme damit haben, Wal oder einen der herzigen Papageitaucher zu verspeisen, ist das Tapas Barinn definitiv eine Empfehlung wert. Das 7-Gänge Spezialmenü kostet auch nicht die Welt: 5890 isländische Krona, oder circa 37 Euro.
(Das war mein erstes 7-Gänge-Menü überhaupt)

Daumen hoch! 🙂

Meine anderen kulinarischen Experimente beinhalteten:

  • Skyr – welches als Joghurt-artig umschrieben wird, allerdings für Österreicher am ehesten etwas mit Topfencreme gemein hat. Sehr lecker!
  • und das, wenn vielleicht nicht beste, aber berühmteste Hot Dog der Welt
     
Island, reisen

Golden Circle Tour

Für meinen Kurzaufenthalt in Reykjavik musste natürlich gut ausgewählt sein, was ich in zwei Tagen machen kann, um so viel wie möglich zu sehen.
Ein sehr gutes Angebot hatte Bustravel.is mit einer Kombination aus Flughafentransfer, Golden Circle Tour und Blaue Lagune.
Gleich am Freitag ging es früh los, nachdem ich erst um 02:20 im Guesthouse war, eine kleine Herausforderung.
Vorbei an unwirklichen Vulkanlandschaften ging es zu Islandpferden und Wasserfällen; das und das Aufeinandertreffen zweier Kontinentalplatten waren die Highlights für mich. Dass in dem Tal zwischen der eurasischen und der nordamerikanischen Platte zufällig auch eines der ersten Parlamente der Welt gegründet wurde (Þingvellir), war nebensächlich. Ich war beinahe gleichzeitig auf zwei Kontinenten!

Für mehr Bilder auf die Collage klicken!

Die Rundfahrt war sehr nett, unser Guide sehr herzlich und die Gruppe angenehm klein mit nur 7 Personen. Ich ließ mich nach der Tour beim Guesthouse absetzen um mich kurz zu entspannen, bevor es in die Innenstadt und zum nächsten Abenteuer ging.