Mobiler Lautsprecher

Eine Erzählung in mehreren Akten 🙂

Prolog
Für Zumba und insbesondere Aqua Zumba war ich auf der Jagd nach einem mobilen, möglichst großen/starken Lautsprecher, den ich an mein Smartphone koppeln konnte. Mit Akku deswegen weil in Hallenbädern Stromkabel weder gern gesehen noch ideal sind.
Im Ion Block Rocker war ein geeignetes Modell gefunden, das 2013er Modell wurde auf Amazon noch immer um 175€ gehandelt, ich wollte aber weniger (um die 100) dafür ausgeben. Nach einiger Zeit der Beobachtung gab es einen Warehouse Deal für das weiße Modell (2013, bzw. iPA56B), Zustand gut, vollständiger Lieferumfang, um 100€, plus eine Aktion mit minus 10%. Da habe ich zugeschlagen.
Mit Warehouse Deals hatte ich bisher, bei den wenigen Gelegenheiten, wo ich so etwas nutzte, keine Probleme. Die Rücknahmegarantie besteht auch da, also gibt es eigentlich kein Risiko.

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I Lieferung
Da der Lautsprecher inklusive Verpackung auf 15kg kam, wurde mit Paketdienst geliefert, in diesem Fall DHL-Paket Österreich. Am Tag der Lieferung war ich natürlich nicht zuhause, es gab keine Benachrichtigung. Das war an einem Donnerstag, ich war sicher, am nächsten Tag (Home Office) den Lautsprecher zu erhalten. In der online Paketverfolgung stand allerdings etwas von „im Depot gelagert“ wegen  Feiertag, Inventur o.ä.
Keine Informationen zu einem neuen Termin oder Kontaktmöglichkeiten. Ich rief bei der allgemeinen Nummer an. Nach ein paar Minuten warten gab ich das auf und schrieb ein Mail an den Kundendienst, mit der Frage nach einem neuen Termin (Freitag) oder einer Abholmöglichkeit. Am Freitag bekam ich Antwort dass der frühestmögliche Termin Dienstag sei. Ich antwortete dass das Paket dann bitte in der Garage abgestellt werden soll.
Am Dienstag kein Paket.
Wieder E-Mail von mir mit Anfrage ob Freitag möglich ist (Home Office…). Ich bekam eine Antwort mit Bestätigung für Freitag und die Info dass es technische Probleme gegeben hatte.
Am Freitag kein Paket.
Am Nachmittag ein E-Mail dass am Samstag geliefert wird. Ich wusste gar nicht dass die das machen, aber okay.
Am Samstag um 15 Uhr: kein Paket.
E-Mail im Verdacht dass die meine Lieferung beschädigt hätten.
Um kurz nach 16 Uhr kam dann ein kleiner unbeschrifteter Lieferwagen. Endlich hatte ich meinen Lautsprecher!

II Erster Test
Die Originalverpackung ohne Umverpackung sah etwas mitgenommen aus, der Inhalt war aber wie beschrieben bis auf ein paar kleine Kratzer intakt und vollständig.
Ausgepackt und an den Strom angeschlossen: doch, der kann was. Bluetooth, Aux In, Radio, Mikrofon, alles funktioniert.
Der Akkubetrieb tat nix, also über Nacht aufladen. Die LED für den Ladebetrieb blieb nach einem kurzen Aufflackern dunkel.
Am nächsten Tag der Test im Batteriebetrieb: nichts. Aaargh.

III Recherche Nr. 1, Batterie
Tja, da war wohl die Batterie (Bleigel) zusammengefallen. Alle durchforsteten Forums- und Supporteinträge bestätigten das, eine neue Batterie musste her.
Zuerst aber ein Mail an Amazon, dass das Gerät nicht wie beschrieben funktioniert und ob es außer Rücksendung noch eine Option gibt. Es gab einen Nachlass von 10€, aber kein Garantie oder Reperaturangebot. Nunja, ich konnte den Lautsprecher ja bis 31.01. zurück schicken, sollte der neue Akku auch nicht funktionieren.
Die Suche nach einer Ersatzbatterie (12v, 4,5Ah) gestaltete sich schwierig. Auf Amazon wurde eine um 39,90 angeboten, und der Versand nach Österreich hätte noch einmal 19,90 gekostet. Auf dem Produktbild konnte ich aber die Bezeichnung und Marke der Batterie ablesen, und so konnte doch noch eine bezahlbare Variante gefunden werden (20€ inkl. Versand).
Eine Woche später war die Batterie da und enthusiastisch wurde der Austausch vorgenommen.
Die Abdeckung vom Batteriefach ging leider nur mit etwas Gewalt ab, der Deckel steckte fest und nur mit etwas Biegen mit einem dünnen Schraubenzieher bekam ich das Ding runter. Die furnierte Spanplatte der Abdeckung litt leider etwas, das war aber nicht schlimm. (Beim Zusammenbauen habe ich dann gleich eine clevere Vorrichtung zum leichteren Öffnen eingebaut, s. Foto oben.)
Alte Batterie abgesteckt (zuerst minus dann plus), neue Batterie angesteckt (zuerst plus dann minus), eingeschaltet, nichts.
Über Nacht laden gelassen (Charge LED dunkel), Test am nächsten Tag negativ.

IV Recherche Nr. 2, Sicherung
Irgendwo im Internet war eine Glassicherung beim Stromanschluss erwähnt, die ich dann überprüft habe. Die war in Ordnung, sonst wäre wohl auch der Strombetrieb nicht möglich gewesen.

V Recherche Nr. 3, Anschlüsse
Tief tief im Netz stieß ich nach weiteren Suchen auf eine Beschreibung von Ion selbst für das Wechseln der Batterie. In den Supportforen wurde die Seite nie erwähnt…
Dabei wurde beschrieben, dass es verschiedene Stecker an Batterien geben würde. Die Kabel am Lautsprecher verlangen breite Anschlüsse, ich hatte eine Batterie mit dünneren gekauft (ich habe im Nachhinein auch keine Batterie mit breiten Anschlüssen gefunden). Beim Wechseln war mir das gar nicht aufgefallen, man sieht es aber sofort wenn man die Batterien nebeneinander hält.
Nun waren die Anschlüsse in der Beschreibung mit F1 und F2 bezeichnet, was in Europa bzw. auf Deutsch leider wenig hilfreich war.
Eine neue Recherche: es handelt sich um Flachstecker, jeweils mit 4,8mm bzw. 6,3mm Breite. Mit dieser Info wurde nach einem Adapter gesucht.
Was auch nicht einfach war. Aber endlich war ein Akkushop gefunden, der solche Adapter hatte, und Versandkosten von „nur“ 5,95 hatte (Link zu Beispiel für Adapter, ich hatte einen anderen Shop). Bei einem Preis von 0,79 pro Adapter schon auch viel im Verhältnis. Ein Geschäft mit diesen Dingern war nicht zu finden, Kandidaten wie Conrad etc. hatten diese anscheinend spezielle Größe nicht im Angebot.
Eine Woche später also endlich der Versuch mit Adapterstecker: … nichts.
Es war zum Verzweifeln! Ich war sicher das wäre es jetzt gewesen, aber nein, es floss noch immer kein Strom über den Akku.
Da der Lautsprecher sonst (mit Kabel) ja funktionierte, war ich nach wie vor sicher, dass nicht viel kaputt sein könnte.

VI Recherche Nr. 4, interne Sicherung
In einem kleinen Foreneintrag bei Ion war erwähnt worden, dass es beim Plus Kabel an der Batterie, unter einem Schrumpfschlauch, noch eine Glassicherung geben würde.
Überlegt wieviel ich riskieren möchte, um der Sache auf den Grund zu gehen, und nicht die Rücksendeoption zu vergeben, und dann das schwarze Teil vom Kabel geöffnet. Die Sicherung sah intakt aus, beim Ablösen des Schlauches war mir aber leider die Lötverbindung zwischen Kabel und Sicherung gebrochen (ja, die Sicherung ist angelötet, nicht mit Stecker verbunden).

VII Letzte Hoffnung
Ich hatte mich schon vorher dafür entschieden, dass ich den Lautsprecher auch ohne  Batteriebetrieb behalten würde, also schreckte mich jetzt ein Aufmachen des Gerätes auch nicht mehr. Trotz kaputtem Kabel durch die gebrochene Lötstelle, funktionierte der Strombetrieb nach wie vor. Das Kabel war ja nur für die Batterie.
Löten kann ich nicht bzw. habe ich nicht das richtige Werkzeug dafür und zum Öffnen braucht man für zwei von sechs Schrauben einen Torxdreher, den ich auch nicht habe.
Also auf zum Opa, dem Bastlerkönig.

Dort wurden erst mal alle Anschlüsse und Sicherungen überprüft, und die waren wirklich in Ordnung, wie die Sichtüberprüfung schon ergab. Auch die Batterien hatten beide Ladung.
Also aufgeschraubt das Gerät (auf der Seite wo sich der Stromanschluss befindet, so viele Schrauben gibt es eh nicht auf dem Lautsprecher Chassis).
Hinter dem Deckel befand sich das Mainboard das vorsichtig herausgezogen werden konnte (nicht vollständig, es hängt ja am Stromanschluss und an den eigentlichen Lautsprechern). Kabel überprüft, ein rotes gefunden, das den selben Anschluss wie das Batteriekabel hat und lose herum hing. Kabel an den einzigen möglichen Stecker angeschlossen, Batteriebetrieb getestet: funktioniert!!

Endlich! Endlich, endlich!
Ich hab mich wahnsinnig gefreut, dass ich Recht hatte und es nur eine Kleinigkeit war.
Die Sicherung wurde wieder an das Batteriekabel gelötet, alles geschlossen und ich habe jetzt eine mobile Lautsprecherbox, die mich 100€ und ein paar Nerven gekostet hat. 🙂

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Zusammenfassung, Ion Blockrocker Fehlerquellen:
Leere Batterie (12v, 4,5Ah Bleigel Batterie)
Falsche Anschlüsse (Flachstecker 6,3mm breit)
Zwei Sicherungen (eine beim Stromanschluss, eine beim Pluskabel der Batterie)
Loses Kabel im Inneren

Moderne Autos

In den letzten Tagen hatte ich die Gelegenheit mit einem ziemlich neuen VW Passat Variant herumzufahren. (Leihauto für Dienstfahrt nach Wien, statt Firmenauto)

So ein gut ausgestattetes neues Fahrzeug hat sehr sehr viele Knöpfe. Alles funktioniert elektronisch – naja, fast alles.
Schlüssel muss nur mehr da sein, und wird nirgends rein gesteckt, es gibt einen Start/Stopp Knopf, die „Handbremse“ (jetzt passt die Bezeichnung „Feststellbremse“ eindeutig besser) ist nur noch ein Bedienelement – in dem Fall ein kleiner Hebel, das Infotainment-System ist toll, das Navi ist toll, Sensoren für Annäherung (parken, aber auch Kolonne), adaptives Kurvenlicht (super!), Regensensor (manchmal weiß man zwar gar nicht warum da jetzt gewischt wird, aber ein Tropferl wird den Sensor schon berührt haben). Echt super diese Technik!

Bild von http://www.speedheads.de/, und die haben es von VW

Sooo viele Knöpfchen!
Bild von http://www.speedheads.de/, und die haben es von VW

Meine einzige Hürde bei der Inbetriebnahme war dann der Seitenspiegel. Der wurde von der Person, die das Auto abgestellt hatte, eingeklappt. Da ja fast alles (außer einer analogen Uhr in der Mittelkonsole, siehe Bild) elektronisch und über ein Knopferl zu bedienen ist oder aber automatisch funktioniert, dachte ich natürlich, dass auch der Spiegel sich in seine Standardposition bewegen würde, bei Start. Aber nein. Dann vielleicht beim Wegfahren? Nein.
So stand ich dann eine Weile auf dem Parkplatz, suchte nach Knöpfen, öffnete das Fenster (mit Knopferl natürlich) und zog ein bisschen am Spiegel, suchte weiter im Inneren, startete noch mal, stieg aus und drückte in verschiedene Richtungen (man geht da ja vorsichtig um mit so einem Teil, nicht dass da was eingerastet ist und man bewegt das dann mit Gewalt!), stieg wieder ein, überlegte wenn man anrufen kann oder ob das Infotainment System auch eine Onboard Bedienanleitung parat hat… Ich verbrachte sicher sieben Minuten meiner wertvollen Zeit mit diesem Problem.

Dann wurde es mir zu bunt und ich riskierte noch mal einen beherzten, analogen, Griff zum Spiegel und wie durch Magie (und Körperkraft) bewegte er sich in die richtige Position. Verdächtiges Knacksen war keines zu hören, und auch das Einstellen des eigentlichen Spiegels funktionierte noch mit – ihr ahnt es – den Knöpfchen.

Das zwar sicher sehr intelligente Navi wurde für die Heimfahrt dann noch über eine Middleware (mich) mit der Navigation von Google Maps verbunden: durch integrierte Verkehrsinfos wurden Staus zwar angezeigt, aber eine Funktion zum Vermeiden ebenjener fand ich nicht. Maps gab mir eine alternative Route, diese wurde dann mit Zwischenzielen dem VW Navi eingebläut und die Heimfahrt konnte problemlos stattfinden, vorbei an drei Staus, einer davon 20km lang.

Schöne neue Automobilwelt, wo fast alles automatisch oder über einen Knopf passiert.

Passend dazu eine kleine Anekdote:
Letztens wurde in einem Gespräch bei einem Familientreffen erwähnt, dass bei jemandem die Batterie während der Fahrt leer wurde, weil die Lichtmaschine kaputt war. Daraufhin musste das Fahrzeug (Motorrad in dem Fall, aber das tut nichts zur Sache) abgeschleppt werden. Ich war darüber sehr erstaunt. Ich dachte, wenn der Motor läuft, dann läuft das Fahrzeug. Geht der Strom weg, geht vielleicht das Licht oder das Radio etc. aus, aber doch nicht der Motor. Nun, da ja alles (fast alles…) mittlerweile elektronisch gesteuert wird, funktioniert natürlich auch der Motor ohne Steuersignale nicht mehr. Das leuchtet dann schon wieder ein – aber das fest verankerte Wissen, wie so ein Motor mit Kolben und Treibstoff und Explosion/Verbrennung funktioniert, das wurde über den Haufen geworfen.
Ergo: alle modernen (Kraft-)Fahrzeuge sind Hybridfahrzeuge und funktionieren ohne Strom einfach nicht mehr!

Und er läuft und läuft und …

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Nie mehr Rasen mähen 🙂
War wirklich eine gute Investition, mein Robbi.

Sein Wirkungsbereich wurde inzwischen vergrößert, dadurch konnte die Korridorbreite erhöht werden: das ist der Abstand den der Roboter vom Suchkabel einhält, wenn er zum Startpunkt oder zurück zur Ladestation fährt. Die war zu Beginn ganz eng eingestellt, da es recht eng zuging wo der Rosenbogen steht. Daher ist er immer genau auf dem Suchkabel gefahren und langsam aber sicher konnte man einen Pfad erkennen.

Jetzt, mit dem breiteren Korridor, ist das nicht mehr der Fall.

Kleine Probleme, die aufgetreten sind:
Einmal hat er das Begrenzungskabel durchgeschnitten, da eine Schlaufe aus unbekanntem Grund plötzlich in die Höhe stand. Das war schnell gefunden und wurde repariert.
Ein anderes Mal muss ein Tier oder so ein Kabel aus der Ladestation gezogen haben beim vorbei laufen, keine Ahnung, jedenfalls stand Robbi auf der Wiese und hat gemeint er hat kein Zuhause mehr. Schnell gelöst.
Und ein einziges Mal hat er sich bisher auf meinem Grund festgefahren, die Räder drehten durch und er kam weder vor noch zurück. Angehoben, auf Start gedrückt und er ist wieder nach Hause gefahren. Ansonsten bleibt er mal stehen wenn er vorn ansteht, piepst, dreht sich und fährt weiter.

Tolle Sache das Ding!!